Definition
Das Prinzip, dass für jede Aussage P die Disjunktion P ∨ ¬P wahr ist; es gibt keinen dritten Wahrheitswert zwischen einer Aussage und ihrer Negation in der klassischen Logik.

Prinzip

Prinzip
Jede Aussage ist entweder wahr oder ihre Negation ist wahr; formal ist P ∨ ¬P in klassischen Systemen eine logische Gültigkeit.

Demonstration

Demonstration
Für die Aussage ‚Die Münze zeigt Zahl‘ gilt nach klassischer Auffassung entweder ‚die Münze zeigt Zahl‘ oder ‚die Münze zeigt nicht Zahl‘ — es gibt keinen Zwischenwert.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Anwendung des Gesetzes in konstruktiven Kontexten, bei zukünftigen Kontigenten oder in mehrwertigen Semantiken, wo P ∨ ¬P nicht beweisbar ist, führt zu unzulässigen Schlüssen.

Konsequenz

Konsequenz
Ermöglicht Beweistechniken wie Fallunterscheidung und klassische Widerspruchsbeweise; sie stützt das binäre Wahrheitswertdenken klassischer Systeme.

Umkehrung

Umkehrung
Die Ablehnung führt zu konstruktivistischen oder intuitionistischen Logiken, in denen P ∨ ¬P nicht allgemein beweisbar ist, sodass manche Aussagen keinen klassischen Entweder-oder-Status haben.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt in klassischer Aussagen- und Prädikatenlogik unter Standardsemantik; gilt nicht allgemein in intuitionistischen, mehrwertigen oder bestimmten modalen und konstruktiven Rahmen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen der syntaktischen Behauptung des ausgeschlossenen Dritten und semantischen Prinzipien wie der Bivalenz: LEM ist eine formale Tautologieaussage, Bivalenz eine semantische Aussage über Wahrheitszuweisung.

Synthese

Synthese
Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten behauptet P ∨ ¬P als formale Gültigkeit in der klassischen Logik; seine Annahme führt zu klassischen Beweismethoden, seine Ablehnung zu konstruktiven Systemen mit anderen Beweiserfordernissen.