Definition
Eine Rekonstruktionskorrespondenz, die eine (pro-)algebraische Gruppe (oder ein Gruppenschema) aus der tensorielle Kategorie ihrer endlichdimensionalen linearen Darstellungen zusammen mit der Wahl eines Faserfunktors in Vektorräume zurückgewinnt; umgekehrt ist die Darstellungskategorie das primäre Invariant der Gruppe.

Prinzip

Prinzip
Die leitende Idee ist, dass eine neutrale starre tensorielle Kategorie mit einem exakten treuen Tensorfunktor in endlichdimensionale Vektorräume äquivalent ist zur Kategorie der Darstellungen des affinen Gruppenschemas der tensorischen Automorphismen dieses Funktors; die Gruppe wird als Automorphismenfunktor des Faserfunktors rekonstruiert.

Demonstration

Demonstration
Konkretes Beispiel: Aus der Kategorie der endlichdimensionalen Darstellungen von GLn über einem Körper und dem Vergissfunktor erhält man GLn als das affine Gruppenschema, dessen Punkte durch natürliche tensorielle Automorphismen auf den Funktor wirken; ähnlich lassen sich galoissche oder motivische Gruppen aus ihren tannakischen Kategorien rekonstruieren, wenn ein Faserfunktor vorhanden ist.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Eine beliebige abelsche oder monoidale Kategorie ohne Überprüfung von Starrheit, Existenz von Dualen oder eines neutralen Faserfunktors für tannakisch zu halten; Rekonstruktion aus unendlichdimensionalen Darstellungen oder aus Kategorien ohne kompatible Tensorstruktur zu versuchen.

Konsequenz

Konsequenz
Ist die Theorie anwendbar, übersetzt die Tannaka-Dualität strukturelle Fragen über eine Gruppe in kategoriale Fragen über ihre Darstellungskategorie und ermöglicht Klassifikation, Vergleich und Transfer von Problemen zwischen algebraischen Gruppen und Tenkategorien.

Umkehrung

Umkehrung
Die umgekehrte Sichtweise ist das Passieren von der Gruppe zu ihrer Darstellungskategorie (Rep(G)): statt die Gruppe aus der Kategorie zu rekonstruieren, untersucht man die Gruppe durch Aufbau ihrer Darstellungskategorie und deren Invarianten; die Dualität verbindet diese beiden Perspektiven.

Abgrenzung

Abgrenzung
Erfordert eine starre tensorielle Kategorie (oft k-lineare abelsche Kategorie) mit Dualen und einem Faserfunktor in endlichdimensionale Vektorräume (neutrales tannakisches Szenario) über einem Körper mit geeigneten Hypothesen; schließt nicht-starre monoidale Kategorien, die meisten unendlichdimensionalen Darstellungskategorien und Kontexte ohne exakten treuen Tensorfunktor aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Der Begriff „Dualität“ impliziert perfekte Wechselseitigkeit, praktisch besteht jedoch die Spannung zwischen kategorialer Rekonstruktion (funktorielle Wiedergewinnung einer Gruppe) und der Tatsache, dass viele kategoriale Strukturen ohne zusätzliche Daten wie einen gewählten Faserfunktor keine eindeutige Gruppe bestimmen.

Synthese

Synthese
Tannaka-Dualität besagt, dass unter Starrheit und Wahl eines Faserfunktors die vollständige tensorielle Struktur der Kategorie endlichdimensionaler Darstellungen das zugrundeliegende (pro-)algebraische Gruppeobjekt kodiert und als Gruppe tensorialer Automorphismen des Faserfunktors rekonstruiert werden kann.