Definition
Eine zweiseitige Relation zwischen formalen Sprachen oder Systemen, die anzeigt, dass Übersetzungen in beide Richtungen existieren, die bestimmte semantische oder syntaktische Eigenschaften erhalten, sodass Formeln und ihre beabsichtigte Bedeutung entlang der gewählten Äquivalenz hin und her übertragen werden können.
Prinzip
Prinzip
Interübersetzbarkeit verlangt ein Paar von Übersetzungen T: L1→L2 und S: L2→L1, so dass die Kompositionen S∘T und T∘S die ursprünglichen Ausdrücke bis auf eine vereinbarte Äquivalenz (Gleichheit, logische Äquivalenz, beweisbare Äquivalenz) wiederherstellen und die angestrebten Eigenschaften (Wahrheit, Herleitbarkeit, Erfüllbarkeit) bewahren.
Demonstration
Demonstration
Zwei Darstellungen derselben Theorie (z. B. zwei syntaktische Varianten der Arithmetik oder zwei äquationale Präsentationen einer universellen Algebra) sind interübersetzbar: es existieren mechanische Übersetzungen, die Axiome und Theoreme beidseitig abbilden und dabei die Beweisbarkeit und Theoremhood bis auf Umbenennung oder definitionale Erweiterung erhalten.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Zu glauben, Interübersetzbarkeit impliziere die Identität aller Metaeigenschaften; etwa anzunehmen, gegenseitige Übersetzungen gewährleisteten gleiche Beweiskomplexität, Entscheidbarkeitsverhalten oder die vollständige Bewahrung jeder semantischen Nuance ohne Einschränkung.
Konsequenz
Konsequenz
Interübersetzbarkeit begründet eine starke Form von Äquivalenz: Die Sprachen können austauschbar für Spezifikation und Beweis verwendet werden, Ergebnisse lassen sich in beide Richtungen übertragen, und metatheoretische Eigenschaften (sofern die Übersetzungen sie erhalten) können zwischen Systemen portiert werden.
Umkehrung
Umkehrung
Scheitert die Interübersetzbarkeit, so besteht nur eine einseitige Einbettung ohne treue Rückabbildung; diese Asymmetrie signalisiert einen echten Unterschied in den expressiven oder strukturellen Ressourcen der Systeme.
Abgrenzung
Abgrenzung
Hängt davon ab, welche Eigenschaften erhalten bleiben müssen und welche Äquivalenz akzeptiert wird; Interübersetzbarkeit kann syntaktisch gelten, semantisch aber scheitern (oder umgekehrt) und schließt möglicherweise nicht‑effektive Übersetzungen oder solche, die auf externen bzw. nichtkonstruktiven Mitteln beruhen, aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zur schwächeren Größenordnung der relativen Ausdrucksstärke: Zwei Sprachen können gegenseitig interpretierbar sein und dennoch in Komplexität, Kürze oder Handhabbarkeit divergieren, was zwischen formaler Äquivalenz und pragmatischem Unterschied vermittelt.
Synthese
Synthese
Interübersetzbarkeit ist beidseitige Ausdrückbarkeit, realisiert durch effektive Übersetzungen hin und zurück, die die vereinbarten semantischen oder syntaktischen Merkmale bewahren und so eine bidirektionale Äquivalenzklasse von Sprachen bilden, während sekundäre Unterschiede wie Komplexität oder Prägnanz bestehen bleiben.