Definition
Die Menge der endlichen Kardinalitäten von Strukturen, die eine erste Ordnungstheorie realisieren; als Invariant der Theorie notiert sie, welche endlichen Größen Modelle der Theorie zulassen.

Prinzip

Prinzip
Das Modellspektrum erfasst Existenzinformationen auf Kardinalitätsebene: die kombinatorischen Beschränkungen einer Theorie bestimmen, welche endlichen Größen möglich bzw. ausgeschlossen sind, und dieses Muster ist hinsichtlich elementarer Äquivalenz im betrachteten endlichen Bereich stabil.

Demonstration

Demonstration
Beispiel: Eine Theorie, die axiomatisiert, dass es genau n verschiedene Elemente mit einer Eigenschaft P gibt, hat das Spektrum {n}; andere Theorien besitzen als Spektrum alle natürlichen Zahlen, alle hinreichend großen Zahlen oder dünne arithmetische Progressionen, abhängig vom kombinatorischen Inhalt der Axiome.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Das Modellspektrum mit der Menge der Isomorphietypen endlicher Modelle gleichzusetzen oder zu versuchen, aus Spektrumsdaten Rückschlüsse auf unendliche Modelle oder Kategorizität ohne weitere Begründung zu ziehen.

Konsequenz

Konsequenz
Die Kenntnis des Spektrums einer Theorie informiert Entscheidbarkeits- und Klassifikationsfragen in der endlichen Modelltheorie und der deskriptiven Komplexität und leitet Konstruktionen oder Unmöglichkeitsbeweise für Modelle bestimmter Größen.

Umkehrung

Umkehrung
Betrachtet man das Komplement des Spektrums — die Menge der endlichen Kardinalitäten, die die Theorie verbietet —, so rückt man Hindernisse und kombinatorische Unmöglichkeiten in den Vordergrund statt der Realisierungen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Definition gemäß bezieht sich das Modellspektrum ausschließlich auf endliche Kardinalitäten; es schließt unendliche Kardinalitäten aus und erfasst weder Vielfachheiten noch Isomorphiedetails oder strukturellen Reichtum jenseits der Größe.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Der Begriff »Spektrum« kommt auch in anderen Kontexten vor (Operatorspektren, Spektrum einer Formel in der Komplexitätstheorie); hier bezeichnet er speziell die Menge endlicher Modellkardinalitäten und kann mit verwandten, aber unterschiedlichen Invarianten verwechselt werden.

Synthese

Synthese
Das Modellspektrum ist das Invariant, das einer ersten Ordnungstheorie die Sammlung endlicher Größen zuordnet, für die die Theorie Modelle besitzt; es fasst das endliche Existenzverhalten der Theorie zu einer Kardinalitätsmenge zusammen, die für kombinatorische Analyse und Entscheidbarkeitsfragen nützlich ist.