Definition
Ein lokaler nicht-glatter Punkt auf einer Kurve oder Fläche, an dem die Tangente (oder die Tangentialebene) entartet, sodass die lokale Geometrie eine spitze Form annimmt; analytisch ist es ein singulärer Punkt, an dem Ableitungen keine reguläre Tangentenrichtung liefern, zum Beispiel die ebene Kuspenschar mit Parametrisierung t ↦ (t^2,t^3).

Prinzip

Prinzip
Eine Kuspensingularität entsteht, wenn zwei Äste einer Kurve mit übereinstimmender Tangentenrichtung, aber unterschiedlicher Kontaktordnung zusammenlaufen, was zum Versagen der Differenzierbarkeit führt; lineare Terme verschwinden und höhere Terme erzeugen die Spitze.

Demonstration

Demonstration
Ebene Beispiel: die halb-kubische Parabel y^2 = x^3 am Ursprung ist eine Standardkuspensingularität — die Tangentenrichtung ist undefiniert, weil die ersten Ableitungen ersten Grades null sind. Flächenbeispiel: die Falte an einem Blatt kann eine eindimensionale Kuspensatzkurve erzeugen, an der Normale kollabieren.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Jedes scharfe Eck oder jeden polygonalen Scheitelpunkt als Kuspensingularität bezeichnen. Ein polygonales Eck hat zwei verschiedene, wohldefinierte Tangenten, die einen Winkel bilden; eine Kuspensingularität erfordert Tangentenentartung und ist eine höherordentliche analytische Singularität.

Konsequenz

Konsequenz
Kuspen verhindern die Anwendung klassischer differenzialgeometrischer Begriffe (Krümmung kann divergieren oder undefiniert sein), beeinflussen die lokale analytische Klassifikation (Benötigung von Aufblähung/Blow-up zur Desingularisierung) und wirken sich auf Topologie und enumerative Invarianten algebraischer Kurven aus.

Umkehrung

Umkehrung
Ein regulärer Punkt mit eindeutiger, nicht-entarteter Tangente oder Tangentialebene; im Gegensatz dazu eine transversale Schnittstelle oder eine Ecke mit unterschiedlichen Tangenten anstelle einer Entartung.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für analytische oder C^k-Kurven und -Flächen, bei denen Tangentenstruktur sinnvoll ist; schließt generische polygonale Ecken, fraktale Rauhigkeit ohne Tangentenkollaps und entfernbare Koordinatensingularitäten nach Reparametrisierung aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Kuspe vs. Ecke oder Knoten: Eine Ecke hat unterschiedliche Tangentenrichtungen; ein Knoten ist die Schnittstelle getrennter Äste mit separaten Tangenten; eine Kuspensingularität ist ein einzelner Ast mit Tangentenentartung. Die Begriffe werden informell oft verwechselt, sind aber analytisch verschieden.

Synthese

Synthese
Eine Kuspensingularität ist das analytische Phänomen, bei dem die lineare Tangentenbeschreibung an einer Kurve oder Fläche versagt und höhere Ordnungen eine spitze, nicht-glatte lokale Geometrie erzeugen; die Erkennung erfolgt durch Prüfung des Verschwindens erster Ableitungen und Klassifikation des höheren Verhaltens.