Definition
Ein ordinalwertiger Rang, der einer definierbaren Menge in einer vollständigen Theorie erster Ordnung zugewiesen wird und ihre modelltheoretische Komplexität mittels transfiniter Induktion misst; verwendet zur Klassifikation und Analyse stabiler Theorien.

Prinzip

Prinzip
Definiert durch transfinite Induktion: RM(X) ≥ 0 genau dann, wenn X ≠ ∅; RM(X) ≥ α+1 genau dann, wenn X in unendlich viele paarweise disjunkte, definierbare Teilmengen zerlegt werden kann, die alle Rang ≥ α haben; für ein Limitordinal λ gilt RM(X) ≥ λ genau dann, wenn RM(X) ≥ α für alle α < λ.

Demonstration

Demonstration
In einem algebraisch abgeschlossenen Körper haben Zariski-geschlossene Mengen endlichen Morley-Rang, der ihrer Zariski-Dimension entspricht: eine endliche Menge hat Rang 0, eine irreduzible Kurve Rang 1, und kartesische Produkte addieren die Ränge, sodass Morley-Rang in dieser ω-stabilen Theorie die geometrische Dimension widerspiegelt.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Anwendung des Morley-Rangs auf beliebige (nicht-definierbare) Mengen, auf unvollständige Theorien ohne Fixierung von Parametern oder die Annahme, er sei immer ein endliches Ordinal in instabilen Theorien; Verwechslung des Rangs mit bloßer Kardinalität oder mit dem Morley-Grad.

Konsequenz

Konsequenz
Richtig auf definierbare Mengen einer vollständigen Theorie angewandt, liefert der Morley-Rang eine Schichtung definierbarer Mengen in wohlverhaltene Ebenen, erkennt ω-Stabilität, wenn alle definierbaren Mengen endlichen Rang haben, und stützt kanonische Zerlegungen in der Klassifikationstheorie.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehrung betrachtet Mengen mit minimalem Rang (Rang 0) gegenüber Mengen mit hohem oder unendlichem Rang; niedriger Morley-Rang deutet auf Strukturiertheit und Zähmbarkeit hin, hoher/unendlicher Rang auf kombinatorische Komplexität oder Instabilität.

Abgrenzung

Abgrenzung
Relevant nur für definierbare Mengen (oder Typen) in erster-Ordnung-Sprachen und am besten in vollständigen stabilen Theorien einsetzbar; in vielen instabilen oder unvollständigen Kontexten ist der Rang unendlich, nicht definiert oder wenig aussagekräftig.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen dem Morley-Rang als transfinitem kombinatorischem Invariant und geometrischen Dimensionsbegriffen (z. B. Krull-/Zariski-Dimension); außerdem Konkurrenz zu feineren Rängen (U-Rank, Lascar-Rang), die Forking oder starke Typunterschiede erfassen.

Synthese

Synthese
Der Morley-Rang ist ein transfinit definierter ordinaler Invariant für definierbare Mengen in vollständigen Theorien erster Ordnung, der geometrische Dimension abstrahiert und als Werkzeug zur Klassifikation von Stabilität und zur Organisation definierbarer Struktur dient.