Definition
Die Aussage, dass jedes nichtkonstante Polynom mit komplexen Koeffizienten mindestens eine komplexe Nullstelle besitzt; äquivalent dazu zerfällt jedes Polynom vom Grad n über C in n lineare Faktoren, gezählt mit Vielfachheit.
Prinzip
Prinzip
Die algebraische Abschlussfähigkeit des komplexen Zahlkörpers bedeutet, dass Polynomgleichungen nicht nullstellenfrei bleiben können: die algebraische Struktur erzwingt Zerlegung in lineare Faktoren.
Demonstration
Demonstration
Beispiel: Das Polynom p(z)=z^2+1 hat die Nullstellen i und −i; das Polynom z^3−1 zerfällt in (z−1)(z−e^{2πi/3})(z−e^{4πi/3}) und zeigt damit Existenz und vollständige Faktorisierung.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Den Satz auf die reellen Zahlen anzuwenden und zu folgern, jedes reelle Polynom habe eine reelle Nullstelle (z. B. hat x^2+1 keine reelle Nullstelle). Oder zu behaupten, für alle Polynome gebe es stets geschlossene Formeln für die Nullstellen.
Konsequenz
Konsequenz
Jedes Polynom über C lässt sich in lineare Faktoren zerlegen, was Existenz von Eigenwerten komplexer Matrizen, vollständige Faktorisierung und zahlreiche strukturelle Resultate in Algebra und Analysis ermöglicht.
Umkehrung
Umkehrung
Über einem nicht algebraisch abgeschlossenen Körper wie R können nichtkonstante Polynome keine Nullstelle besitzen; die Umkehrung macht deutlich, dass algebraischer Abschluss die entscheidende Voraussetzung ist.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für Polynome mit komplexen Koeffizienten und positiven Grad. Trifft nicht auf konstante Polynome, auf Polynome über nicht abgeschlossenen Körpern und liefert keine allgemeinen konstruktiven Formeln für Nullstellen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Der Satz sichert die Existenz, sagt jedoch nichts über die Berechenbarkeit oder die geschlossene Darstellung der Nullstellen; Spannung zwischen Existenzbeweis und effektiver Bestimmung.
Synthese
Synthese
Der Fundamentalsatz der Algebra stellt C als algebraisch abgeschlossenen Körper für Ein-Variablen-Polynome dar: Existenz einer Nullstelle führt zur linearen Faktorisierung und bildet eine Grundlage vieler algebraischer und analytischer Resultate.