Definition
Die Eigenschaft eines mathematischen Problems, die Existenz einer Lösung, die Eindeutigkeit dieser Lösung und die stetige (stabile) Abhängigkeit der Lösung von den Eingangsdaten zu gewährleisten, oft Hadamard zugeschrieben als Standard für physikalische und numerische Sinnhaftigkeit.

Prinzip

Prinzip
Ein Problem ist wohldefiniert, wenn kleine Änderungen der Daten nur kleine Änderungen der Lösung bewirken und wenn die Lösung eindeutig und wohldefiniert ist, wodurch Modellierung, Berechnung und Inferenz bei Störungen und Messrauschen verlässlich bleiben.

Demonstration

Demonstration
Ein linearer elliptischer Randwertaufgabe mit geeigneter Koerzivität und beschränkten Koeffizienten liefert eine eindeutige schwache Lösung, die in passenden Sobolev-Normen stetig von Quelltermen und Randdaten abhängt und damit Wohldefiniertheit exemplifiziert.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Ein Modell als wohldefiniert zu bezeichnen, nur weil für eine bestimmte Diskretisierung eine Lösung existiert, während man die Netzabhängigkeit oder Nicht-Eindeutigkeit des kontinuierlichen Problems ignoriert, führt zu falscher Zuversicht in numerische Resultate.

Konsequenz

Konsequenz
Wohldefiniertheit rechtfertigt stabile numerische Approximation, sinnvolle Parameterschätzung und robuste physikalische Interpretation: Algorithmen konvergieren gegen die echte Lösung bei Verfeinerung und ihre Fehler sinken bei Datenperturbation.

Umkehrung

Umkehrung
Schlechtgestellte Probleme verletzen Existenz, Eindeutigkeit oder Stabilität; sie erfordern Regularisierung, Umformulierung oder zusätzliche Bedingungen, um sinnvolle Lösungen und numerische Handhabbarkeit zu erhalten.

Abgrenzung

Abgrenzung
Bezieht sich auf das zugrunde liegende kontinuierliche Problem in seiner Formulierung (z. B. PDE, inverses Problem) und hängt von den gewählten Funktionsräumen und Normen ab; ein Problem kann in einer Topologie wohldefiniert und in einer anderen schlechtgestellt sein.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zur praktischen Lösbarkeit: Ein theoretisch wohldefiniertes Problem kann numerisch immer noch schwierig sein (steif, großskalig), während ein schlechtgestelltes inverses Problem durch Regularisierung praktisch nützliche, stabile Lösungen liefern kann.

Synthese

Synthese
Wohldefiniertheit ist die Triade—Existenz, Eindeutigkeit, stetige Abhängigkeit—die das minimale mathematische Kriterium bildet, damit ein Problem sinnvolle, stabile und numerisch zugängliche Lösungen liefert.