 ##  [Numerischer Pollutionseffekt](/de/node/60734) 

 Definition

Eine Verschlechterung der Genauigkeit numerischer Wellen‑ oder Helmholtz‑Lösungen, bei der Phasenfehler sich mit der Problemgröße oder Frequenz aufsummieren und zu globalem Fehlerwachstum führen, das die lokalen Diskretisierungsfehler übersteigt.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Entsteht, weil lokale Phasen‑ oder Dispersionsfehler pro Element sich über viele Wellenlängen oder große Gebiete zu einem kumulativen Phasenschub addieren; der Fehler wächst mit der Problemgröße (oder Wellenzahl), sofern die Diskretisierung nicht stärker als durch lokale Kriterien verfeinert wird.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Bei der Lösung der Helmholtz‑Gleichung für hohe Wellenzahlen mit einem finiten Elemente Netz festen Grades driftet die Phase der berechneten Lösung zunehmend über das Gebiet, und der L2‑Fehler kann mit der Wellenzahl anwachsen, obwohl die lokale Elementgenauigkeit erhalten bleibt — ein Beispiel für den Pollution‑Effekt.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Annahme, dass nur die Verringerung des lokalen Trunkationsfehlers (z. B. kleinere Elemente bei gleichem Polynomgrad) das Problem beseitigt, kann falsch sein; ohne Behandlung der Dispersion und globalen Phasensumme bleiben Fehler bestehen oder verschlechtern sich.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Der Pollution‑Effekt zwingt dazu, höherordentliche Methoden, wellenlängenangepasste Netzverfeinerungsstrategien oder dispersionskontrollierte Schemata einzusetzen, um die Genauigkeit wiederherzustellen; seine Missachtung führt zu unzuverlässigen Vorhersagen bei Wellenfortpflanzung, Streuung und Resonanz.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

In einem pollutionfreien Regime skaliert der globale Fehler konsistent mit dem lokalen Diskretisierungsfehler und die Verfeinerung des Netzes oder Erhöhung des Polynomgrades reduziert den Fehler vorhersagbar; das Fehlen anomalen Wachstums mit der Wellenzahl weist auf keine Pollution hin.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Betrifft vor allem Wellenausbreitung, die Helmholtz‑Gleichung und oszillatorische PDEs bei mittleren bis hohen Frequenzen sowie Diskretisierungen, bei denen Phasengenauigkeit wichtig ist; bezieht sich nicht auf nicht verwandte Quellen globaler Fehler wie Inkonsistenzen der Randbedingungen oder Solver‑Toleranzen.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Eng verwandt mit numerischer Dispersion und Phasenfehlern; der Pollution‑Effekt betont die globale Akkumulation dieser lokalen Dispersionsfehler mit wachsender Problemgröße oder Frequenz, während Dispersion isoliert oft lokal beschrieben wird.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Der Pollution‑Effekt ist die globale Verschlechterung der Genauigkeit von Wellenlösungen durch kumulative Phasen/Dispersionsfehler, die mit Problemgröße oder Wellenzahl zunehmen; seine Minderung erfordert Verfahren, die Dispersion global kontrollieren, nicht nur lokal.