 ##  [Definierbare Menge](/de/node/60096) 

 Definition

Eine Teilmenge S der Domäne einer Struktur M heißt definierbar (mit Parametern), wenn es eine Formel erster Ordnung φ(x,a) mit Parametern a aus M gibt, so dass S = { b ∈ M : M ⊨ φ(b,a)}. Wird keine Parameterformel verwendet, spricht man von paramaterfrei oder 0‑definierbar.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die ordnende Idee ist, dass eine definierbare Menge genau die Erweiterung eines erstordnungslogischen Prädikats im Modell ist: Definierbarkeit übersetzt syntaktische Formeln in semantische Teilmengen der Domäne, die unter booleschen Operationen und Projektionen (Existenzquantor → Bild) abgeschlossen sind.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Beispiel: Im geordneten Körper der reellen Zahlen (R,+,·,&lt;,0,1) ist die Menge der positiven Reellen {x : x&gt;0} definierbar durch die quantorenfreie Formel x&gt;0; die Menge der Quadrate ist definierbar durch ∃y (y^2 = x).

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Definierbar mit algebraisch, topologisch oder berechenbar verwechseln, ohne Sprache und Parameter zu berücksichtigen; annehmen, eine Teilmenge sei in M definierbar, obwohl ihre Beschreibung externe Struktur oder höherordentliche Quantifikation erfordert.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Definierbare Mengen bilden eine Boolesche Algebra, die unter Projektionen durch Existenzquantoren stabil ist; das Verständnis der definierbaren Mengen bestimmt Typen, steuert interpretierbare Strukturen und ist zentral für Klassifikationsergebnisse (z. B. o‑Minimalität oder Stabilität) in der Modelltheorie.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Eine nicht‑definierbare Teilmenge ist eine, für die keine erstordnungslogische Formel (mit erlaubten Parametern) genau diese Menge auswählt; viele natürlich beschriebene Sammlungen sind in einer gegebenen Sprache oder einem Modell nicht definierbar.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Definierbarkeit hängt von der gewählten Signatur, dem umgebenden Modell M und davon ab, ob Parameter erlaubt sind; sie ist eine erstordnungslogische Eigenschaft und erfasst keine Aussagen, die höherer Ordnung, infinitären Konjunktionen oder externen Kodierungen bedürfen.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Die Spannung liegt zwischen definierbar, typdefinierbar (Schnitt von definierbaren Mengen, eventuell unendlich) und invariant: definierbare Mengen sind syntaktisch explizit, typdefinierbare benötigen unendliche Informationen, und invariante Mengen bleiben unter Automorphismen erhalten, sind aber nicht notwendigerweise definierbar.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Eine definierbare Menge in einer Struktur ist die semantische Realisierung einer erstordnungslogischen Formel (mit gegebenen Parametern): sie ist der präzise Mechanismus, wie Syntax Teilmengen eines Modells bestimmt und bildet die Grundeinheiten für Klassifikation und Manipulation in der Modelltheorie.