 ##  [Kompositionalitätsprinzip](/de/node/60004) 

 Definition

Das semantische Prinzip, dass die Bedeutung eines komplexen Ausdrucks durch die Bedeutungen seiner Bestandteile zusammen mit den Regeln bestimmt ist, mit denen sie kombiniert werden; oft mit fregeanischer Semantik und rekursiven Interpretationsfunktionen verbunden.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Bedeutungen setzen sich rekursiv zusammen: Eine semantische Interpretation kann dadurch definiert werden, wie atomare Bedeutungen gemäß syntaktischen Kombinationsregeln zu Bedeutungen größerer Ausdrücke verbunden werden.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

In der formalen Semantik wird die Bedeutung eines Satzes durch rekursives Anwenden von Funktions-Argument-Komposition berechnet: Die Denotation von 'P(x)' ergibt sich, indem die Denotation des Prädikats P auf die Denotation des Arguments x angewandt wird nach den Kompositionsregeln.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Annahme strikter Kompositionalität für feste Idiome, Indexikalien, kontextabhängige Ausdrücke oder Phänomene, bei denen pragmatische oder weltbezogene Faktoren die Interpretation ändern, ohne die Bedeutungen der Teile oder die Kombinationsregeln zu modifizieren.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Ermöglicht systematische, modulare Semantiken und algorithmische Interpretation: Lexikalische Bedeutungen plus Kompositionsregeln genügen in vielen formalen Rahmen zur Berechnung von Satzbedeutungen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Holistische, kontextualistische oder emergente Auffassungen lehnen eine strikte, teil→ganz-Abbildung ab und betonen pragmatische Anreicherung oder globale Zwänge.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt für produktive semantische Phänomene, in denen Teilbedeutungen und syntaktische Kombination wohldefiniert sind; sie muss für feste Idiome, verdeckte Kontextabhängigkeit und bestimmte nicht-kompositionelle Konstruktionen angepasst werden.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung zwischen Kompositionalität und Kontextabhängigkeit: Kompositionalität ermöglicht Systematik und Erlernbarkeit, doch viele sprachliche Tatsachen fordern kontext-sensitive oder nicht-kompositionelle Erklärungen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Das Kompositionalitätsprinzip ist ein arbeitstaugliches Ideal: ein rekursives Verfahren, mit dem Bedeutungen komplexer Ausdrücke aus Teilen und Kombinationsregeln aufgebaut werden, ergänzt durch Mechanismen für Kontext, Idiome und pragmatische Anreicherung dort, wo strikte Kompositionalität versagt.